Justin Roth steht mit dem FC Thun Berner Oberland an der Spitze!
Kunst und Sportklassen Thun

Justin Roth steht mit dem FC Thun Berner Oberland an der Spitze!

Justin Roth steht mit dem FC Thun Berner Oberland an der Spitze!

Der ehemalige K+S-Schüler Justin Roth ist 25 Jahre alt und Spieler beim FC Thun Berner Oberland. Justin hat die Kunst- und Sportklassen Thun im Jahr 2013 abgeschlossen. Nach seiner kaufmännischen Lehre bei der Schleuniger AG absolvierte er die Wirtschaftsschule Thun und schloss diese mit der Berufsmatur ab. Seit 2019 ist er Teil der 1. Mannschaft vom FC Thun Berner Oberland.


Der FC Thun steht nach der Vorrunde 2025/2026 an der Tabellenspitze der Schweizer Super League. Wie verändert diese Situation die Stimmung im Trainingsbetrieb und das Teamgefüge im Vergleich zum Beginn der Meisterschaft?

Unser erfolgreicher Saisonstart hat eine Euphorie entfacht! Nicht nur bei den Fans, sondern auch bei uns Spielern. Dadurch herrscht bei uns im Team eine super Stimmung! Vor, während und nach dem Training herrscht ein guter Mix aus Ehrgeiz und Spass am Fussballspielen. Im Spiel wollen wir unsere gesetzten Ziele erreichen.


Welche Erfahrungen hat das Team in den vergangenen Saisons in der Challenge League machen können?

Ich denke, dass die vergangenen Spielzeiten in der Challenge League unglaublich wichtig für uns waren. Wir haben es während dieser Zeit als Team geschafft unseren Ehrgeiz und die Siegermentalität zu entwickeln. Während den letzten beiden Saisons haben wir einen Grossteil unserer Spiele gewinnen können. Wir haben uns fast «ans Gewinnen gewöhnt»! So haben wir gelernt, damit umzugehen wie es ist, an der Tabellenspitze zu stehen. Nach den ersten Testspielen haben wir festgestellt, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen! Ich glaube, dass diese vielen positiven Resultate uns Mut gegeben haben für die Meisterschaft in der Super League!


Wie erklärst du dir euren fulminanten Saisonstart?

Wir waren uns unseren eigenen Stärken bewusst. Bereits während der Testspiele haben wir gemerkt, dass wir nahe an den Super League Teams dran sind. Auf die Spiele und die Stimmung in der Super League haben wir uns sehr gefreut. Unsere Fans, unser Trainer und auch wir als Team waren «chribelig». Wir bereiten uns auf jedes Spiel wie ein Finale vor. Dies hat sich ausgewirkt, auf die Art und Weise wie wir gespielt haben. Wir agierten unglaublich ehrgeizig und hatten meist den grösseren Hunger auf den Sieg als unsere Gegner. Bis die gestandenen Teams uns als ernsthaften Gegner respektiert haben, konnten wir bereits sehr viele Punkte sammeln. Obwohl die Aufgaben schwieriger geworden sind, sich die Gegner besser auf uns eingestellt haben, verfolgten wir unseren Plan konsequent weiter. So war es für jeden Gegner unangenehm gegen uns zu spielen.


Hat sich euer Saisonziel nun verändert? 

Unser Saisonziel hat sich nach aussen nicht verändert. Wir wollten in die Top 6! Als Team haben wir uns höhere Ziele gesteckt…


Wie sieht der Meisterpokal aus?

Unser Trainer Mauro Lustrinelli hat uns als Ansporn ein Bild des Meisterpokals gezeigt. Am Ende der vergangenen Spielzeit haben wir als Team den silbrigen Challenge League Pokal in die Höhe gehalten. Dieses Jahr wollen wir ein Schweizer Fussballwunder erleben, den goldenen Pokal in die Höhe stemmen und für den FC Thun die erste Meisterschaft in seiner Vereinsgeschichte gewinnen!


Du hast beim FC Allmendingen mit dem Fussballspielen begonnen. Wie sehen deine Verbindungen ins Zelgli heute aus?

Ich bin dem FC Allmendingen sehr dankbar. Mein Vater spielt bei den Senioren des FCA. Ab und zu bin ich bei einem Blitzturnier auf dem Zelgli als Zuschauer anzutreffen.


Wer ist dein fussballerisches Idol?

Mein fussballerisches Idol war und ist Luca Modric. Mich beeindruckt, wie er trotz seiner schwierigen Kindheit es als Mittelfeldspieler bis zum Gewinner des Ballon d’Or geschafft hat. Luca Modric ist trotz seiner grossen Erfolge immer auf dem Boden geblieben und so ein Vorbild für mich.


Im Januar 2025 hast du dir das Innenband am Knie gerissen und so den Rückrundenstart verpasst. Wie hast du diese Zwangspause erlebt und wie hast du dich auf dein Comeback vorbereitet?

Der Zeitpunkt der Verletzung so kurz vor dem Rückrundenstart war unpassend. Die Reha verlief während der fünfwöchige Zwangspause perfekt. Mit der Betreuung durch unsere Ärzte und meiner Arbeit im Gym konnte ich meinen Körper gezielt vorbereiten. Ich glaube, dass mir die Verletzungspause sogar gutgetan hat! Gleich bei meinem ersten Spieleinsatz nach der Verletzung konnte ich gegen die AC Bellinzona ein Tor für unsere Mannschaft erzielen.


Du trainierst seit Jahren täglich. Wie bereitest du dich auf ein Training vor?

Bereits am Vortag versuche ich mich vom letzten Training gut zu erholen. Aus Erfahrung weiss ich, dass ich ausreichend Schlaf benötige. Ich will fit in den nächsten Tag starten. Ich freue mich auf jedes Training. Ich freue mich darauf meine Mitspieler wieder zu sehen und mit ihnen Fussball zu spielen. In der Garderobe bereitet sich jeder Spieler mit individuellen Übungen auf das Training vor. Wir wollen auch körperlich fit sein.

Du spielst während einem Jahr gegen 50 Fussballspiele. Welche mentalen Abläufe helfen dir, deine Leistung im Spiel abrufen zu können?

Ich beachte einige mentale Abläufe. Seit dieser Saison arbeite ich zudem mit einem Mentaltrainer. Mit positiven Selbstgesprächen üben wir allfälligen Zweifeln zu begegnen. Am Abend vor dem Spiel stelle ich mir bildlich vor, wie das Spiel ablaufen könnte. Ich lege mich auf zwei, drei Punkte fest, welche ich während dem Spiel speziell beachten will. Vor der Teambesammlung wiederhole ich dieses Vorgehen. Im letzten Spiel der Vorrunde gegen den FC Zürich lagen wir in der Pause 0:2 zurück. In der Kabine kamen Zweifel auf. Schaffen wir das noch?! Es war schwierig. Ich habe mit positiven Selbstgesprächen diese Herausforderung angenommen. Wir haben an uns geglaubt und als Team den Sieg geholt!


Welche deiner persönlichen Stärken kannst du als Mittelfeldspieler besonders gut einsetzen?

Ich kann das Spiel gut lesen. Ich weiss, wann es Sinn macht das Spiel zu beschleunigen oder Tempo rauszunehmen und das Spiel so zu beruhigen. Ich kann unser Pressing lenken, indem ich gezielt kommuniziere. Ich sehe den Raum gut, in den ich mich mit oder ohne Ball bewegen kann. Meine Spielintelligenz zeichnet mich aus.


Wie gehst du mit dem Druck um, um den Erwartungen der Fans gerecht zu werden?

Wir stellen fest, dass der Druck mit jedem Spiel steigt! Die Medien und die Fans erwarten von uns jetzt den nächsten Sieg. Ich persönlich finde es wichtig, dass wir uns dieser Situation bewusst sind. Jedoch versuche ich den Druck nicht zu stark an mich heran kommen zu lassen. Ich konzentriere mich auf mich und führe meine Aufgaben diszipliniert aus. Das Wichtigste ist, dass ich mich auf das konzentriere, was ich beeinflussen kann. Ich kann das Resultat nur durch meine Leistung beeinflussen.


Wir danken Justin für das spannende Interview und wünschen ihm, seinen Teamkollegen und dem FC Thun Berner Oberland viel Spass den nötigen Durchhaltewille in den kommenden Wochen.

Ihr könnt Grosses schaffen und bewirken!